Im Kernforschungszentrum
Karlsruhe (heute: Forschungszentrum Karlsruhe für Technik und
Umwelt, www.fzk.de,
hier mit Bilderarchiv aus den Anfängen des Schnellen Brüters)
wurde am Versuchsreaktor KNK-I (KNK steht für Kompakte Natriumgekühlte
Kernreaktoranlage) das Kühlmittel Natrium erforscht. Nach Abschluß
dieser Arbeiten wurde der Reaktorkern mit einem Schnellen-Neutronen-Kern
ausgerüstet und in KNK-II umbenannt. Dieser Reaktor hatte eine
elektrische Leistung von 20 MWe und erreichte 1977 seine erste
Kritikalität. Zahlreiche Experimente zur Natriumtechnologie und
Brüterphysik konnten durchgeführt werden. Materialbestrahlung
durch schnelle Neutronen lieferten wichtige Erkenntnisse über
den Vorgang der Versprödung von metallischen Bauteilen, die Neutronenstrahlung
ausgesetzt
sind.

Die KNK-I
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1973 wurde mit dem Bau des Prototypenreaktors SNR 300 (Schneller
Natriumgekühlter Reaktor mit einer Leistung von 300 MWe) in Kalkar
am Niederrhein (Nordrhein-Westfalen) begonnen. Diese Anlage wurde
später auch KKW Kalkar genannt. 1985 wurde der Bau fertiggestellt,
daraufhin jedoch durch die SPD-regierte und inzwischen Kernkraft-feindlich
gesonnene Landesregierung die Betriebsgenehmigung nicht erteilt.
Dies geschah
zum einen durch die damals geführte Kohlevorrangpolitik und den
immer noch tief sitzenden Schock, den die Reaktorkatastrophe in
Tschernobyl auslöste, zum anderen war das Projekt bereits im Vorfeld
stark behindert worden: zahlreiche Prozesse, zwei davon vor dem
Bundesverfassungsgericht, eine vierjährige Bauunterbrechung erwirkt
durch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, zahlreiche
technische Auflagen, die über den internationalen Stand der Technik
hinaus gingen (Flugzeugabsturz- und Erdbebensicherung, Einsatz
einer Bodenkühleinrichtung). Dies führte zu enormen Kostenerhöhungen
von geplanten 0,85 Mrd. Euro auf 3,5 Mrd. Euro, welche schließlich
wieder als Argument der Gegner geeignet waren, um für den Ausstieg
aus der Brütertechnologie zu stimmen.

Der SNR-300 bei Kalkar
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1991 wurde das KKW Kalkar stillgelegt. Zusammen mit diesem Projektabbruch
nahm man ebenfalls die KNK-II außer Betrieb.
1995 wurde die fertiggestellte
Anlage samt der Gebäude für 0,0025 Mrd. Euro, also 2,5 Mio. Euro
an den holländischen Unternehmer Hennie van der Most verkauft,
der dort eine Hotel- und Freizeitanlage mit 970 Betten unter dem
Namen Kernwasser-Wunderland errichtete (www.kernwasser-wunderland.de).
Ihm selbst wurde vertraglich untersagt, die Kaufsumme öffentlich
zu nennen...
Nebenbei:
Während der Projektlaufzeit von 1973 bis 1991 zahlte der Bund
an das Saarland und Nordrhein-Westfalen mehr als 50 Mrd. Euro
Kohlesubventionen und Knappschaftskosten...
2004:
Der mit bis zu 35 % Plutonium angereicherte und bisher noch unbestrahlte
Erstkern des SNR 300 lagerte bisher im Hanauer Plutoniumbunker.
Bis 2005 soll das Hanauer Plutoniumlager geräumt werden.
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