Der weltweit erste
Brutreaktor wurde 1946 im Staat New-Mexico in den USA gebaut.
Unter dem Namen CLEMENTINE leistete er 25 kWth und diente 6 Jahre
als Neutronenquelle in der Forschung. Die Brennelemente bestanden
aus metallischem Plutonium und wurden durch Quecksilber gekühlt.
Der weltweit zweite
Brutreaktor wurde 1951 in Idaho, USA, unter der Leitung von Enrico
Fermi und Walther H. Zinn errichtet, in dem gezeigt werden sollte,
daß aus dem nicht spaltbaren U-238 spaltbares Pu-239 erzeugt werden
kann.
Der Experimental Breeder Reactor I (EBR-I, davor Chicago Pile
4 genannt) lieferte weltweit die erste nuklear erzeugte elektrische
Energie und erleuchtete am 20. Dezember 1951 vier Glühlampen.
Einen Tag später wurde das gesamte Gebäude des Forschungsreaktors
mit 100 kWe, später die gesamte Kleinstadt Arco, Idaho, mit 200
kWe des zweiten Schnellen Brüters versorgt.
Zu der ersten nuklearen
Stromerzeugung vermerkte Walther Zinn:
"Open
to close of hole goes from 62 to 4 ½ = 13,8 times
Pile leveled off at 250 kw at about 10:40 a.m.
Steam turbine and generator started running 11 a.m.
At 11:30 a.m. the turbine was shut off and power level raised.
At 12:42 Turbine again turned on.
At 12:55 pm, power raised to 410 kw.
At 1:23 p.m. Load dissapators from the generator were connected
- Electricity flows from atomic energy."
1953 konnten Messungen
erstmals das Erreichen eines Brutfaktors von 1,01 (± 0,05 %) beweisen.
Später konnte mit Plutonium-haltegen Mischoxid brennelementen
ein Brutfaktor von 1,27 (± 0,08 %) nachgewiesen werden. Die Anlage
wurde sowohl im Primär- als auch im Sekundärkreis durch eine Natrium-Kalium-Mischung
gekühlt und war bis zur Stillegung am 30.12.1963 zwölf Jahre in
Betrieb, Bis er 1964 zurückgebaut wurde.
Das Los Alamos Molten
Plutonium Reactor Experiment (LAMPRE) wurde 1961 in New Mexico
kritisch und nutzte eine Schmelze aus Plutonium und Eisen als
Spalt- und Brutstoff in kannenförmigen Behältern. Das
Kühlmittel Natrium floß um die Behälter und führte
so die übertragene Wärme ab. LAMPRE wurde etwa drei
Jahre betrieben, wobei die inhärente Sicherheit dieses Reaktortyps
gezeigt werden konnte.
EBR-II
|
Der EBR-II-Reaktor wurde
in Idaho errichtet und erzeugte von 1961 an 30 Jahre lang 20 MW
elektrische Leistung. Er trug sehr zum Verständnis der Vorgänge
in Schnellen Brutreaktoren und deren Brennstoffkreislauf bei, ebenso
wurden viele werkstoffwissenschaftlichen Untersuchungen im Reaktorkern
durchgeführt. Zuletzt wurde er 1994 kritisch.
|

FERMI
|
Der FERMI-Reaktor
bei Detroit war für eine elektrische Leistung von 94 MW ausgelegt
und wurde 1963 kritisch. Dieser Reaktor wurde als wirtschaftliche
Unternehmen betrachtet und zeigte bedauerlicherweise einige der
Schwierigkeiten beim kommerziellen Betrieb Schneller Brutreaktoren
auf. Die Anlage wurde 1972 stillgelegt.
Der Southwest Experimental
Fast Oxide Reactor (SEFOR) wurde von einem Konsortium entwickelt,
um das dynamische Verhalten verschiedener Brennelemente auf Oxidbasis
bei unterschiedlichen Transienten zu untersuchen. Gebaut 1969
in Arkansas, wurde der Reaktor nach dem höchst zufriedenstellenden
Testprogramm planmäßig stillgelegt.

FFTF |
Der modernste Schnelle
Brutreaktor der USA ist die Fast Flux Test Facility (FFTF) im
Staat Washington. Die Anlage wird als Neutronenquelle verwendet
und erzeugt 400 MW elektrische Leistung. Der Reaktor wurde 1980
erstmals kritisch und war kurzzeitig von der Stillegung bedroht,
bis die US-Regierung den hohen Vorteil des Weiterbetriebs der
Anlage einsah.
|Seitenanfang|